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14.06.2011:

Zwischen Begeisterung und Nachdenklichkeit – gelungene Aufführung des Theaterstücks „Knastkinder“



Jonathan, Sohn einer europäischer Familie, die Urlaub in einer Großstadt irgendwo in der Dritten Welt machen, wird auf der Straße von Kindern ausgeraubt und gerät dabei selbst ins Visier der Polizei. Im Kinderknast trifft Jonathan auf zahlreiche Kinder und Jugendliche, die ohne ein reguläres Gerichtsverfahren unter menschenunwürdigen Bedingungen über Monate, ja teilweise über Jahre festgehalten werden. Als Jonathan klar wird, dass ihm möglicherweise ein ähnliches Schicksal droht, beginnt er für sich und für seine Mithäftlinge zu kämpfen ...

"Knastkinder" ist der Titel dieses Theaterstücks, das Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangsstufe 7 des GSG brachten unter der Leitung von Theaterpädagoge Frank Spiekermann auf die Bühne gebracht haben. Das Bühnenbild hierzu wurde von Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Profilkurses Kunst von Eberhard Noack entworfen und gestaltet. Der Kölner Autor Rüdiger Bertram hat das Buch im Auftrag des Vereins „Tatort – Straßen der Welt e.V.“ geschrieben – die GSG-Theatergruppe war die hundertste Gruppe, die das Stück aufgeführt hat. Gegründet wurde der Verein durch die Initiative der Kölner Tatortkommissare Klaus J. Behrendt („Max Ballauf“) und Dietmar Bär („Freddy Schenk“). 1998 lief im Fernsehen der Kölner Tatort „Manila“. Für einen Teil der Dreharbeiten zu diesem Film flog das Team in die philippinische Hauptstadt Manila. Erschüttert von den Verhältnissen, unter denen Kinder und Jugendliche in dieser 14-Millionen-Stadt aufwachsen, gründeten die Schauspieler zusammen mit Joe Bausch, im Tatort der Gerichtsmediziner Dr. Josef Roth, den Tatort-Verein, um auf die Situation der Kinder in der Dritten Welt und insbesondere auf die unmenschlichen Zustände in den Kindergefängnissen, z. B. in Manila, aufmerksam zu machen.

Die Initiatorin des Projekts „Knastkinder“ am GSG, die Deutsch-, Geschichts- und Religionslehrerin Inga Feuser, hatte die Aufführung zum Anlass genommen, gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern sowie weiteren Lehrerinnen und Lehrern ein interessantes und informatives Rahmenprogramm zu gestalten. So wurden Plakate über die Kinderrechte in aller Welt erarbeitet, Hörspiele entwickelt, Broschüren gestaltet usw. Beteiligt waren hier unter anderem die Klassen 5c, 5d, 6e und 7c. Mit einem Verkaufsstand mit Produkten aus fairem Handel, mit gespendeten Kuchen und belegten Brötchen, dem Verkauf von selbst gestalteten Grußkarten sowie mit den Eintrittsgeldern erzielte die Projektgruppe um Inga Feuser und Frank Spiekermann Einnahmen von weit über 1.000,-e, die dem Tatort-Verein zugute kommen sollen. Besonders unterstützt wird hiermit das „Preda Children’s Home“ in Manila, wo ehemalige Knastkinder, Mädchen, die zur Prostitution gezwungen wurden und andere benachteiligte Jugendliche betreut werden.

Nach der erfolgreichen Aufführung des Theaterstücks hatten die Zuhörerinnen und Zuhörer Gelegenheit, im Rahmen einer Podiumsdiskussion Näheres zu erfahren über das Preda-Projekt, den Tatort Verein und das Stück „Knastkinder“. Tatort-Kommissar Klaus J. Behrendt hatte eigentlich sein Erscheinen angekündigt, musste jedoch wegen einer Änderung im aktuellen Drehplan kurzfristig absagen. Martin Block, Geschäftsführer des Tatort Vereins und ebenfalls auf dem Podium, bedauerte dies sehr: „Ich werde ihm erzählen, was er verpasst hat.“ Mit auf dem Podium saßen der Autor des Buches, Rüdiger Bertram, Lino Canete, Sozialarbeiter im Preda Children’s Home in Manila sowie Annegret Spitz, eine Mitarbeiter der ebenfalls im Projekt engagierten Hilfsorganisation Don Bosco. Souverän moderierten Martena Scheppe und Antonia Schenzler, beide Stufe 7, das Podiumsgespräch. Lino Canete und Martin Block unterstrichen noch einmal die Bedeutung des fairen Handels für die Menschen in den Ländern der Dritten Welt. Am Beispiel des Mangoanbaus auf den Philippinen erläuterten sie, wie wichtig es für die Landbevölkerung ist, faire Preise für ihre Produkte zu erhalten, die ihnen und ihren Familien ein sicheres Einkommen garantieren. Nur so könne die Landflucht gestoppt werden, die letztlich zur Verelendung der Bevölkerung in den Megastädten der Dritten Welt führe.

Beendet wurde der Abend durch die Verleihung des Preises „365 Orte im Land der Ideen“ an den Tatort Verein. Stolz konnte Martin Block die von Bundespräsident Wulff persönlich unterzeichnete Urkunde entgegen nehmen.

Die GSG-Theatertruppe sowie der Profilkurs „GSG one World“ wollen auf jeden Fall weiter machen. Geplant ist zunächst eine Aufführung im Rahmen des Schul- und Lernfestes am 20. Juli. Weitere Aufführungen sollen auch an anderen Schulen in der Region folgen. Auch am Thema Fairer Handel wollen die Schülerinnen und Schüler dran bleiben: Kaffee im Lehrerzimmer, fair gehandelte Projekte in der Mensa, Verkaufsstand in der Pausenhalle ... Ideen gibt es schon genug.

Allen aktiven Schülerinnen und Schüler der beteiligten Klassen und Profilkursen sowie der Medien AG und natürlich den betreuenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, allen voran Inga Feuser und Frank Spiekermann, gebührt ein riesengroßes Dankeschön für dieses ganz besondere Projekt.

Weitere Informationen:


Die Berichte in der Presse und einen Beitrag in Radio-Erft können Sie auf der GSG-Homepage abrufen: Bitte klicken Sie hier.




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» Seite druckenSeite zuletzt geändert am 12.07.18 14:14 Uhr