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07.07.2013:

Rat der Stadt Pulheim beschließt Gründung einer Gesamtschule am Schulzentrum Brauweiler


Diskussion um Schulform des "längeren gemeinsamen Lernens"

Der Rat der Stadt Pulheim hat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause wichtige Beschlüsse zur Weiterentwicklung der Pulheimer Schullandschaft gefasst. Einstimmig sprachen sich die Ratsmitglieder für die Einrichtung einer vierzügigen Gesamtschule ab dem Schuljahr 2014/2015 am Schulzentrum Brauweiler aus. Das Abtei-Gymnasium soll mindestens vierzügig weitergeführt werden. Zugunsten der neuen Gesamtschule werden die Gemeinschaftshauptschule Pulheim sowie die Arthur-Koepchen-Realschule zum Schuljahr 2014/2015 voraussichtlich keine Schülerinnen und Schüler aufnehmen.


Konzept des Pulheimer Bildungsbeirates

Das seinerzeit vom so genannten Bildungsbeirat entwickelte Konzept für die Zukunft der Pulheimer Schullandschaft im Bereich der weiter führenden Schulen sieht drei Elemente an drei Standorten vor: Am Standort der jetzigen Hauptschule an der Escher Straße in Pulheim soll eine reformpädagogische Modellschule ("PRIMUS"-Schule) gegründet werden. Hierzu wird die Grundschule An der Kopfbuche am Standort in Stommeln geschlossen bzw. als PRIMUS-Schule in Pulheim-Mitte weitergeführt. An einem der beiden Schulzentrum sollen eine Realschule und ein Gymnasium in enger Kooperation bestehen bleiben. Am zweiten Schulzentrum bleibt des Gymnasium bestehen und die Realschule wird geschlossen zugunsten einer Sekundarschule bzw. einer Gesamtschule.


Expertise des Schulentwicklungsplaners Krämer-Mandeau

In der Sondersitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur, Freizeit und Sport am 4. Juli stellte der schon seit langem für die Stadt Pulheim arbeitende Schulentwicklungsplaner Wolf Krämer-Mandeau (Leiter des renommierten Instituts biregio) seine Expertise in Hinblick auf die Weiterentwicklung der Pulheimer Schullandschaft vor. Krämer-Mandeau stellte fest, dass Pulheims Schulen sehr gut aufgestellt sind und dass Pulheim insbesondere in den Bereichen Ganztagsentwicklung und Inklusion den umliegenden Kommunen zum Teil deutlich voraus ist. Krämer-Mandeau riet aber auch ausdrücklich dazu, das schulische Angebot durch eine Gesamtschule zu ergänzen. Bei Schließung der Hauptschule und einer der beiden Realschulen könne, so Krämer-Mandeau, eine Gesamtschule mit einer eigenständigen Oberstufe entwickelt werden, ohne dass hierdurch eines der beiden Gymnasien in seiner Existenz bedroht werde. Dabei sprach sich Krämer-Mandeau aus einer Reihe von Gründen für das Schulzentrum Brauweiler als den für am besten geeigneten Standort aus. Gründe hierfür seien die hohe Akzeptanz und die Auslastung des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, das zu etwa 95% von Kindern und Jugendlichen aus der Stadt Pulheim besucht werde. Demgegenüber seien im achtzügigen Schulzentrum in Brauweiler nur drei Klassen mit Schülerinnen und Schüler aus Pulheim zu finden. Aufgrund der hohen Einpendlerquote am Schulzentrum Brauweiler sei die Stadt Pulheim in diesem Bereich in hohem Maße abhängig von den schulpolitischen Entscheidungen der Nachbarkommunen Köln, Frechen und Bergheim.


PRIMUS-Schule nimmt weitere Hürde

Die reformpädagogische PRIMUS-Schule, die ab dem Schuljahr 2014/2015 am Standort der Grundschule An der Kopfbuche in Stommeln starten soll, hat mit dem positiven Ergebnis der Bedarfserhebung eine weitere wichtige Hürde genommen. Über 75 Familien mit Kindern im zweiten Kindergartenjahr in Pulheim und Umgebung haben Interesse an der Einrichtung dieser Modellschule geäußert. In der Sitzung am 9. Juli hat sich der Rat nochmals einstimmig für die Gründung der PRIMUS-Schule ausgesprochen, so dass jetzt die notwendigen Anträge bei der Bezirksregierung bzw. beim Ministerium für Schule und Weiterbildung gestellt werden können.

Mit den Beschlüssen hat der Stadtrat wichtige Entscheidungen für die Pulheimer Schullandschaft noch vor den Sommerpause getroffen. Damit ist jetzt der Weg frei für die inhaltliche und konzeptionelle Arbeit. Schwerpunkte werden dabei die individuelle Förderung, die Inklusion sowie die Weiterentwicklung der Ganztagskonzepte sein.


gsg

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