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07.12.2015:

Lilly was here - ein Rückblick auf die Lesung mit Lilly Lindner



Ihre Eindrücke und Gefühle zur Lesung von Lilly Lindner haben die Mitglieder GSG Buchclubs Hermine aufgeschrieben. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.


Lilly was here - so heißt ein moderner Jazz Klassiker der Saxophonistin Candy Dulfer, und irgendwie beschreibt er, zumindest teilweise, unsere Gefühle am Freitagabend, 4. Dezember gegen 21 Uhr.
Auch knapp 48 Stunden später muß ich immer noch an die eigenen Emotionen zurückdenken, die Lilly hervorgerufen hat. Viel zu viele für eine Lesung.
Aber was für eine Lesung? Niemand hat vorgelesen. Da stand nur diese dünne, junge Frau und rezitierte den ganzen Abend aus ihrem Gedächtnis. Seitenweise aus Ihren Büchern. Und dabei suchte sie deinen Blick – und fand ihn.

Mit dieser klaren, feinen Elfenstimme zog sie uns in die Hölle des Alltags. Ja, Frauen sind sich selbst die härtesten Feinde, Männer sind nur für das Grobe verantwortlich. Doch eine kleine, vermeintlich gut gemeinte Kritik kann dich niederstrecken. Mitschüler_nnen werden zu erfolgreiche Attentätern. Eltern entfernen sich, entledigen sich der Kinder oder des eigenen Lebens, lassen im Stich.

Aber der schlimmste Feind schlummert in dir selbst. Unbezwingbare Alpträume rauben die Energie, den Atem und dann fordert dich die Autorin auf zu stehen, wenn Du dieses Gefühl kennst. Zögerlich steht die Erste mutig auf, dann ein Nachbarin, bis fast alle stehen. Taschentücher werden hervorgezogen, tiefen Seufzen, da kennt jemand da vorne mein Leben, woher nur?

Lilly nimmt in den Arm, wortwörtlich. Beim Signieren ihrer Bücher (auch Jungs haben freiwillig ein Exemplar erworben) sind doch noch einige Tränen geflossen und dann nimmt Lilly in den Arm, lange, ehrlich und stark, als wären es Flügel, die Dich beschützen…
spi


Wie ein Geschichtenerzähler stand Lilly vor ihren Zuhörern und hat sie mit auf die Reise genommen.
Inmitten von Leserbriefen und persönlichen Botschaften war es auch ein Stück weit eine Reise zu ihr selbst, in ihre eigene Vergangenheit. Mit der Untermalung durch Musik und einer Stimme so sanft wie sie nur sein kann, hat sie auch den Letzten in ihren Bann gezogen. Weghören war unmöglich. Eine andere Art, eine Lesung zu gestalten und doch so passend zu ihrer Geschichte, dass man sich nicht darüber gewundert hat.
LENA


Verstrickt in Wolle und umgeben von Papier, dass Worte der Hoffnung trägt.
Lilly Lindner hat es innerhalb von ein paar Minuten geschafft den Raum und die Personen darin einzunehmen. Sie hat uns von ihr und ihrem Schicksal auf eine Weise erzählt die ebenso besonders ist, wie sie selbst. Zwischen Musik und Worten waren die Zuhörer gefangen und gaben Lilly den Raum und die Zeit die sie, wie sie selbst sagt braucht und dies ohne Störung und mit viel Respekt für die junge Autorin. Wir Hermines sind beeindruckt von ihren Worten und der Darstellung des Ganzen.
ELENA


*Lillys Vorlesung war wundervoll inszeniert!
*Es war super angenehm ihrer leichten Stimme zuzuhören und die schauspielerischen Elemente, die zwischen den Vorlese-Parts stattfanden, wurden toll umgesetzt und waren sehr faszinierend anzusehen. Auch die Interaktionen mit dem Publikum haben die Lesung nochmal interessanter gestaltet und für eine schöne Stimmung zwischen der Autorin und dem Publikum gesorgt. Mich hat die Vorlesung sehr berührt und auch für das kurze Gespräch, das ich nach der Lesung noch mit Lilly führen konnte, bin ich sehr dankbar.
MARY


Bei einer Vorlesung dachte ich immer dort setzt sich der Autor hin und liest aus seinem Werk vor.
Lilly hat diese Vorstellung mit ihrer Lesung völlig auf den Kopf gestellt. Sie hat nicht vorgelesen, sondern ihr Leben auswendig erzählt. Sie hat den Raum mit ihren Worten gefüllt. Sie hat es geschafft, über so schlimme Themen zu erzählen, ihr schreckliches Leben zu erzählen und trotzdem glücklich dabei zu sein. Sie hat ihre verworrenen Gedanken durch Wollfäden im Publikum ausgedrückt und hat ihren Worten mit „kleinen Szenen“ eine Gestalt gegeben. Ich bin froh eine solche Lesung erlebt zu haben.
JESSI


Zu Beginn der Lesung wurde man von Fanpost überschüttet (kann man sich bildlich vorstellen) und konnte sich einen ersten Eindruck über eine Lesung, die noch nicht begonnen hatte, machen. Somit stieg die Spannung und auch Erwartungen wurden gebildet. Enttäuscht wurde man auf keinen Fall! Die Art wie sie (Lilly) denkt und wie sie von ihrer Vergangenheit erzählt wurden emotional vorgetragen.
ANGELA

Candy Dulfer: Lilly was here: https://www.youtube.com/watch?v=xDjbPKegQuo

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» Seite druckenSeite zuletzt geändert am 04.12.17 19:44 Uhr