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01.07.2016:

Jens Vennes (Stufe Q1) berichtet vom Kunstprojekt "Die Welt steht Kopf"



Begonnen hat für uns Schülerinnen und Schüler aus dem Projektkurs Architektur aus der Stufe Q1 (Ltg.: Friedrich Dörffler) alles mit der Frage, ob wir uns an einem handwerklichen Kunstprojekt des Künstlers Holger Hagedorn beteiligen wollten. Nach einer kurzen Erklärung, was geschehen solle, hat diese Idee sofort Anklang bei uns gefunden:

Ein aus dem Jahr 1777 stammender und durch eine Krankheit geschwächter Baum war aufgrund eines Sturms gefallen und sollte zu Brennholz verarbeitet werden. Dies hörte der Künstler Holger Hagedorn und fragte, ob er aus dem Baum ein Kunstwerk schaffen dürfe. Der Baum drohte bereits zerschnitten zu werden, doch war die Kettensäge, mit welcher der Baum zerschnitten werden sollte, ausgefallen. Dem Künstler wurde schließlich der Baumstamm samt Wurzel zur Bearbeitung überlassen. Unsere Aufgabe sollte nun darin bestehen, die Rinde zu entfernen, sämtliche kranke Stellen zu beseitigen und die Grundform des Baumes deutlich zu machen.

Beim ersten Treffen am Baum wurde mir erst richtig bewusst, wie gigantisch groß der Baum ist. Bei Wind und starkem Regen haben wir angefangen, die Rinde zu entfernen. Dies wurde mit grobem Werkzeug und viel Elan erledigt. Als wir nach einigen Wochen Arbeit dachten, dass wir diesen Schritt vollendet hätten, wurde der Baum gedreht und unser bisherige Fortschritt wurde deutlich: Wir hatten erst die Hälfte geschafft.

Der nächste Schritt bestand im Glätten und Abrunden des Holzes. Zur Beschleunigung des Vorganges haben wir eine Flex bekommen. Für die meisten von uns war es die erste Möglichkeit überhaupt, mit einer solchen Maschine arbeiten zu können. Mit der Flex sollten wir nun die letzten Rindenstücke beseitigen sowie morsche und kranke Stellen entfernen. Dies hat mir unglaublich viel Freude bereitet, da man wieder wie ein kleines Kind komplett dreckig werden konnte und dabei auch noch produktiv war.

Zum Schluss haben wir mit Schleifmaschinen dem Stamm den letzten Schliff gegeben und das Holz komplett geglättet. Für mich war dabei der Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern aus der Internationalen Willkommensklasse von besonderem Wert, da ich zuvor nichts mit ihnen zu tun hatte, nun aber einige von ihnen kennen lernen konnte.

Schließlich wurde der Baum gemäß dem Motto „Die Welt steht Kopf“ aufgestellt: mit der Wurzel nach oben. Am 30. Juni.2016 erfolgte die feierliche Einweihung des Baumes im Kreis der Beteiligten – Künstler Holger Hagedorn, Rotary Club Pulheim, Familie Schröder, Geschwister-Scholl-Gymnasium - und im Beisein der Presse. Vertreter der Presse hatten uns auch schon während der Bearbeitung besucht. Für mich war dies eine interessante Erfahrung mitzuerleben, wie solch ein Projekt in die Presse kommt und ich meine Mitschülerinnen und Mitschüler sowie mich selbst in der Zeitung wiederfinden konnte. Das Kunstwerk wurde auf einer Weide vom Heinenhof in Pulheim-Orr aufgerichtet und kann dort besichtigt werden.



jensvennes

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» Seite druckenSeite zuletzt geändert am 17.06.17 13:23 Uhr