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07.04.2017:

Ein Besuch in der Hauptstadt Europas - Bericht über die Brüsselfahrt der Q2

Unter dem Leitthema "Die EU im Spiegel der Flüchtlingsproblematik und des Brexits" haben Schülerinnen und Schüler der Sozialwissenschafts-Kurse in der Q2 Anfang Februar verschiedenste EU-Institutionen in Brüssel wie Kommission und Parlament sowie Ausschüsse und Botschafter besucht. Begleitet von den Lehrkräften Berit Kranz, Sahar Vosen, Jörg Huwer und Malte Weinert brach unsere Gruppe morgens am 8. Februar auf, um wenige Stunden später im Zentrum der europäischen Politik in Brüssel einzutreffen und das dortige Flair auf sich wirken zu lassen. Denn dass Brüssel neben seiner besonderen europäischen Bedeutung keine gewöhnliche Großstadt ist, wurde spätestens während der Stadtführung deutlich, bei der sowohl historische Hintergründe als auch aktuell soziale Aspekte beleuchtet wurden. Dazu gehörte auch der Besuch des Kulturzentrums im Brennpunktviertel Molenbeck. Dieser zeigte, wie nah die EU ihren aktuellen Problemfeldern zumindest territorial doch eigentlich ist.

Am nächsten Morgen ging es schon früh in Richtung EU-Kommission. Und obgleich einige von uns ein Croissant beim Frühstück vermissten, ging die Gruppe doch sehr motiviert in den ersten Programmpunkt. Viele konnten hier feststellen, dass das Gelernte von der vorherigen Klausur noch saß oder vielleicht auch nicht … Doch zurücklehnen war keineswegs geraten, denn um auch die körperliche Leistung anzuregen, folgte im Anschluss ein flotter Sprint zu unseren Landsleuten in die NRW-Landesvertretung. In Kleingruppen bearbeiteten wir dort verschiedene Fragestellungen rund um die EU, wie beispielsweise allgemeine Möglichkeiten und Zukunftsperspektive der europäischen Staatengemeinschaft. Zudem kamen wir zur allgemeinen Erkenntnis, dass Bayern mit seinem renovierten Schloss in der Brüsseler Innenstadt eine kostspieligere und schönere Vertretung hat als unser Bundesland. Brüssel also auch als Spiegel der Reichtumsverhältnisse deutscher Bundesländer.

Am Nachmittag stand der Besuch des EU-Parlamentssitzes an und nachdem diverse Schnappschüsse vor der farbenreichen Kulisse der (noch) 28 Mitgliederflaggen gemacht worden waren, ging es dann auch schon wenig später in die Diskussion mit dem deutschen EVP-Abgeordneten Axel Voss.
Was mit allgemeinen Fragen, wie Beziehungen der einzelnen Parlamentsparteien zueinander, begann, schaukelte sich bei den Freihandelsabkommen TTIP/CETA schnell hoch zu einer Grundsatzdebatte über Transparenz und Mitspracherechte. Trotz aller Kontroversität stimmten die meisten Teilnehmer aber dem Schlussappell von Axel Voss zu, der sich für eine geeinte, aber deshalb nicht in all ihren Entscheidungen unkritisierbare EU aussprach und die Bedeutung der Errungenschaften europäischer Geschichte hervorhob.

Dass sich diesen Errungenschaften scheinbar nicht jedes Land bewusst ist und daraus Konsequenzen folgen, wurde dafür am nächsten Tag beim Besuch verschiedener Ausschüsse umso mehr deutlich: Hier würde ebenfalls bald ein Stuhl weniger stehen, so der Sprecher des Ausschusses der Regionen hinsichtlich des drohenden Brexits.

Unser letzter Besuch führte uns schließlich noch zur Ständigen Vertretung Deutschlands in Brüssel. Nach einer aufwändigen Sicherheitskontrolle wurden uns hier Aufbau und Tätigkeitsfelder der Botschaft vorgestellt. Wer sich selbst schon in nächster Zeit in der Rolle des deutschen EU-Botschafters sah, konnte sich anschließend noch über Einstiegsmöglichkeiten in den diplomatischen Dienst erkundigen. Fragen rund um das Thema der deutsche Positionierung zur Flüchtlingsproblematik dagegen blieben leider offen.

Dennoch waren die letzten Tage mit den Vorträgen und Diskussionen trotzdem Grund genug, mit rauchendem Kopf im Bus die Heimreise zur Europaschule GSG anzutreten. (Den eigentlichen Abschluss dieser vielseitigen Fahrt bildete aber der letzte Abend in einer Brüsseler Karaokebar, womit neben dem Bildungsaspekt der Fahrt auch der kreative Teil nicht zu kurz kam. Dass es das Sowi-Team auch hier drauf hatte, zeigte sich anhand zahlreicher anderer begeisterter Gäste, die sich durch von uns gesungene Lieder von den Ärzten, Beyonce und Eurythmics mitreißen und mit uns den Abend ausklingen ließen.)

Müde, wenn auch um viele Eindrücke und Erkenntnisse reicher, ging es schließlich tagsdarauf am Nachmittag aus dem vielseitigen Brüssel wieder nach Hause, wo viele Erinnerungen an eine interessante Fahrt bleiben.

Frederike Hark

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» Seite druckenSeite zuletzt geändert am 20.10.17 17:33 Uhr