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15.05.2018:

,,Hevenu Shalom Alechem“ – Tamar Dreifuss besuchte die 8a des Geschwister-Scholl-Gymnasiums



Die 1938 in Wilna/Litauen geborene Tamar Dreifuss ist eine der wenigen Überlebenden des Holocaust. Sie erzählt bereits seit zwanzig Jahren Kindern in verschiedenen Altersgruppen ihre Geschichte über ihre Zeit während des Nationalsozialismus.

Am 27. April dieses Jahres kam Frau Dreifuss auch zu uns in die Klasse 8a, um über ihre Erlebnisse aus den Augen einer Zeitzeugin zu berichten. Angeregt durch ihre Enkel, veröffentlichte sie 2009 das Kinderbuch ,,Die wundersame Rettung der kleinen Tamar 1944‘‘ um auch Kinder über ihre Flucht zu Zeiten der Judenverfolgung aufzuklären: Die kleine Tamar wurde vor den Nationalsozialisten in einem Kloster versteckt, lebte kurzzeitig mit ihren Eltern im Ghetto von Wilna, von wo sie mit ihrer Mutter deportiert wurde, bis ihnen gemeinsam eine abenteuerliche Flucht gelang. Während dieser Flucht überlebte sie sogar mehrere Tage in einer Hundehütte, wo sie von dem Hund „Tigris“ beschützt wurde.

Nach dem Krieg wohnte Tamar Dreifuss zunächst in Israel, bevor sie mit ihrem Mann nach Pulheim zog. Bis Frau Dreifuss pensioniert wurde, arbeitete sie als Erzieherin und Lehrerin in Köln. Dem Mut und dem Überlebenswillen ihrer Mutter verdankt es Tamar, dass sie den schrecklichen Holocaust überlebt hat. Die Mutter Jetta Schapiro schrieb nach dem Krieg das Buch ,,Sag niemals, das ist dein letzter Weg“, in dem sie die Rettung ihrer Tochter und sich selbst detailliert zu schildern. Frau Dreifuss ist der Auffassung, dass sich unsere Generation bei dem Thema Zweiter Weltkrieg und Holocaust nicht verschließen soll, da wir ja vor allem diejenigen sind, die aus den Fehlern unserer Vorgänger lernen sollen. Für sie ist es wichtig, dass dieses Thema nicht in Vergessenheit gerät und man offen darüber reden sollte.

Auf unsere Frage, wie es ihr beim ersten Mal ging, als sie ihre Geschichte in einem Klassenraum erzählt hatte, antwortete Frau Dreifuss, dass es ihr sehr schwer gefallen sei, dass sie es aber als eine Art Therapie sah, über ihre Erfahrungen zu sprechen.

Uns persönlich hat diese Geschichte sehr berührt, und wir fanden es erstaunlich, dass Frau Dreifuss so offen mit uns darüber geredet hat. Wir haben uns auch gefreut, dass sie mit uns am Ende ,,Hevenu Shalom Alechem“ („Wir bringen Frieden für alle“) gesungen hat.

Phyllis Wolter, Lena-Marie Stolz, Paulina Knaab, Klasse 8a

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» Seite druckenSeite zuletzt geändert am 15.05.18 13:15 Uhr