- G 8 und die Folgen
- Lernen und individuelle Förderung
- Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen
- Das GSG - schon längst keine Halbtagsschule mehr
- Ein neuer Rhythmus für das Lernen
- Partieller Ganztag ab Schuljahr 2008/2009
- Gebundener Ganztag ab Schuljahr 2009/2010
- Pädagogische Grundlagen des Ganztagskonzepts
G 8 und die Folgen
Spätestens mit Inkraft-Treten des neuen Schulgesetzes ist an den Gymnasien in Nordrhein-Westfalen die Diskussion um den Ganztagsunterricht nicht mehr aufzuhalten. Äußerer und vordringlicher Anlass hierfür ist die Verkürzung der Schulzeit am Gymnasium auf acht Jahre (G 8) und die damit verbundene Erhöhung der Stundenzahl in den verbleibenden Schuljahren. So werden die Schülerinnen und Schüler in Zukunft ab Klasse 9 durchschnittlich 34 Wochenstunden Unterricht haben. Das bedeutet in der Regel 7 Stunden pro Tag. Gleichzeitig schreibt ein Erlass des Schulministeriums eine 60-minütige Mittagspause spätestens nach 6 Schulstunden vor.
Lernen und individuelle Förderung
Die Diskussion um die Einrichtung von Nachmittagsunterricht und die Veränderung von Stunden- und Pausen-Rhythmus hat jedoch noch weitere Wurzeln. Durch die internationalen Vergleichsstudien (vor allem PISA) ist deutlich geworden, dass die Leistungen deutscher Schülerinnen und Schüler nur im Mittelfeld liegen und dass es einen extrem starken Zusammenhang gibt zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg. Verstärkt stellt sich daher die Frage, wie schulisches Lernen nachhaltiger und effektiver werden kann und wie die Schülerinnen und Schüler besser als bisher ihren individuellen Stärken und Schwächen entsprechend gefördert werden können. Die Ergebnisse von Hirnforschung, Lernpsychologie und Unterrichtsforschung besagen, dass durch vielfältigere Lehr- und Lernmethoden das Lernen stärker individualisiert werden muss. Die Verpflichtung zur individuellen Förderung im neuen NRW-Schulgesetz trägt diesen Erkenntnissen Rechnung, die Lern- und Arbeitsbedingungen in den Schulen tun dies vielfach noch nicht.
Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen
Schließlich ist auch festzustellen, dass Kinder und Jugendliche unter stark veränderten Bedingungen aufwachsen. Sie sind in hohem Maße dem Einfluss der Medien und des Konsums ausgesetzt, wachsen vielfach in nicht-vollständigen Familien auf und leiden in immer größerem Maße unter materiellen Einschränkungen. Durch den rückläufigen Einfluss von Vereinen, Kirchen und ähnlichen Institutionen verändert sich das Freizeit- und Sozialverhalten zusätzlich.
Das GSG – schon längst keine reine Halbtagsschule mehr
Das Geschwister-Scholl-Gymnasium hat sich bereits vor Jahren auf den Weg zur Überwindung der Halbtagsschule gemacht. Im Rahmen des Pulheimer Ressourcen-Modells (PRM (JPEG)) gibt es mit dem grips-Programm seit mehreren Jahren ein vielfältiges und wachsendes Angebot von Kursen zur individuellen Förderung von Stärken und zur Überwindung von Schwächen bei Schülerinnen und Schülern. „grips - ich will es wissen” ist mittlerweile zu einem zentralen Bestandteil des Schulprogramms geworden. Der Tatsache, dass in immer mehr Elternhäusern am Nachmittag keine Betreuungsperson anwesend ist, trägt das Angebot der Nachmittagsbetreuung (»Download des Konzeptes als PDF) Rechnung. Ähnlich wie in mittlerweile allen Pulheimer Grundschulen gibt es für die Schülerinnen und Schüler der Stufen 5 und 6 ein tägliches Betreuungsangebot, bestehend aus einem warmen Mittagessen, der Hausaufgabenbetreuung und Freizeitangeboten.
Ein neuer Rhythmus für das Lernen
Effektives und nachhaltiges Lernen ist gekennzeichnet durch einen sinnvollen Wechsel von Phasen der Konzentration und der Entspannung, von Phasen der Instruktion und des Trainierens und von Phasen des gemeinsamen und des individuellen Arbeitens. Die schnelle Abfolge verschiedener Fächer mit sehr unterschiedlichen Inhalten im 45-Minuten-Rhythmus kann diese Voraussetzungen nicht oder nur unzureichend erfüllen. Auch ist immer wieder festzustellen, dass die am Nachmittag außerhalb der Schule zu erledigenden Hausaufgaben nur eingeschränkt der individuellen Übung und Vertiefung dienen. Im Laufe des Schuljahres 2007/2008 wird daher am Geschwister-Scholl-Gymnasium ein Konzept erarbeitet, welches den veränderten Bedingungen des Lernens und den Rahmenvorgaben von G 8 Rechnung trägt. Hierbei geht es darum, auf der Basis des Schulprogramms und der bereits erreichten Standards die Abfolge von Unterricht und Pausen, verteilt über den Unterrichtstag und die Woche, neu zu konzipieren. Ziel muss es sein, Lernerfolge zu verbessern, individuelles Lernen zu fördern und dabei unzumutbare Belastungen von Schülerinnen und Schülern wie auch der Lehrerinnen und Lehrer zu verringern. Dabei ist eine intensive Zusammenarbeit zwischen den Gruppen und Gremien der Schule (Schüler, Eltern, Lehrer), aber auch mit der benachbarten Marion-Dönhoff-Realschule, der Stadt Pulheim und anderen kommunalen Einrichtungen für den Diskussions- und Entscheidungsprozess von großer Bedeutung.
Partieller Ganztag ab Schuljahr 2008/2009
Im März 2008 hat die Schulkonferenz mit großer Mehrheit die für die Einführung des Partiellen Ganztages notwendigen Entscheidungen getroffen. Seit Beginn des Schuljahres 2008/2009 gibt es am Geschwister-Scholl-Gymnasium jeweils montags und mittwochs so genannte Langtage. An diesen Tagen findet nach der 6. Stunde um 13:25 Uhr eine 60-minütige gemeinsame Mittagspause statt. Die Klassen der Sekundarstufe I haben zunächst in der Regel einen Langtag. Gleiches gilt für die Oberstufe in G 9 (Abitur nach 9 Jahren). Mit Umstellung auf das achtjährige Gymnasium (G 8) werden ab Stufe 8 bzw. 9 zwei Langtage erforderlich sein, die Stufen 5 bis 7 sind in der Regel an einem Nachmittag in der Schule. Die benachbarte Marion-Dönhoff-Realschule hat ebenfalls Langtage eingeführt, und zwar dienstags und donnerstags.
Um für alle Beteiligten möglichst optimale Bedingungen für den Ganztagsunterricht zu schaffen, sind einige Veränderungen notwendig geworden, die von der Schulkonferenz beschlossen worden sind und mittlerweile umgesetzt werden.
- Stunden- und Pausenraster: Vor allem an den Langtagen wird in Zukunft überwiegend in 90-Minuten-Einheiten gearbeitet. Dies reduziert für die Schülerinnen und Schüler die Zahl der an einem Tag anstehenden Fächer und ermöglicht einen Unterricht, in dem Unterweisung durch den Lehrer ebenso stattfinden kann wie Phasen des selbstständigen und eigenverantwortlichen Arbeitens. Auch an den Kurztagen, an denen der Unterricht in der Regel um 13:25Uhr endet, wid mehr und mehr in Doppelstunden gearbeitet. Durch die Einrichtung einer 60-minütigen Mittagspause ist auch eine Veränderung der Pausenzeiten notwendig geworden. Vormittags gibt es nach der 2. Stunde eine 10-minütige Frühstückspause. Nach der 4. Stunde ist eine Hofpause von 25 Minuten. Die 5-Minuten-Pausen sind in Zukunft flexibel in die Doppelstunden-Blöcke integriert, lediglich bei Einzelstunden finden die 5-Minuten-Pausen zwangsläufig nach 45 Minuten statt. Ab dem Schuljahr 2008/2009 gilt das folgende Stunden- und Pausenraster (pdf).
- Öffnungszeiten von Bibliothek und Sekretariat: An den Langtagen werden die Bibliothek und das Sekretariat ab dem Schuljahr 2008/2009 bis 14:30 geöffnet sein.
- Mittagessen: Für alle Schülerinnen und Schüler sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird es in Zukunft die Möglichkeit geben, ein warmes Mittagessen einzunehmen. Da bislang noch kein Schul-Bistro zur Verfügung steht (die entsprechenden Gelder für Planung und Bau sind vom Rat der Stadt mittlerweile bereit gestellt, sind für das Mittagessen in der jetzigen Caféteria sowie in der Pausenhalle zusätzliche Sitzmöglichkeiten geschaffen worden. Ab Januar 2009 betreibt die Firma Kinder-Cater aus Pulheim die Caféteria. Kinder-Cater übernimmt auch die Versorgung mit warmem Mittagessen.
- Pausensport: Die Sporthelferinnen und Sporthelfer werden zukünftig auch in der Mittagspause Spiel- und Sportangebote organisieren.
- Veränderte Hausordnung: Der längere Aufenthalt von Schülerinnen und Schülern in der Schule erfordert neue Regelungen bei der Hausordnung. In Zukunft fallen einige eher restriktive Regelungen weg, dafür wird Schülerinnen und Schülern in Teilbereichen auch mehr Verantwortung übertragen. Die wichtigste Änderung gibt es bei der Regelung des Aufenthalts von Schülerinnen und Schülern während der Vormittags- und der Mittagspause: In Zukunft können sich Schülerinnen und Schüler in den Klassenräumen, den Fluren, in der Pausenhalle, der Caféteria, der Bibliothek und auf dem Schulgelände aufhalten. Um Diebstahl und Zerstörungen vorzubeugen, sind die Klassen gehalten, für jede Pause einen Anwesenheitsdienst von mindestens drei Personen einzurichten. Im Rahmen des Patenprojekts sollen außerdem ältere Schülerinnen und Schüler die Aufgaben von Pausenpaten übernehmen. Selbstverständlich sind Lehrerinnen und Lehrer als Aufsichtspersonen weiterhin ansprechbar. Im Laufe des kommenden Schuljahres wird es eine umfassende Änderung von Schulvertrag und Hausordnung geben. Die ab dem Sommer geltenden Neuregelungen können Sie hier nachlesen.
Mit der so genannten Ganztagsoffensive der Landesregierung eröffnet sich für die Schule die Möglichkeit, in den Jahren 2009 oder 2010 mit dem Ausbau zur gebundenen Ganztagsschule zu beginnen. Dies bedeutet, dass - beginnend mit der neu einsetzenden Stufe 5 - alle Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I an mindestens drei Tagen an verbindlichen Ganztagsangeboten teilnehmen. Dies können Formen des betreuten selbstständigen Lernens (Silentien, Hausaufgabenbetreuung), zusätzliche Förderangebote, aber auch musisch-kreative oder sportliche Aktivitäten sein. Hierfür erhält die Schule einen Stellenzuschlag von 20%, bezogen auf die der Schule im Bereich der Sekundarstufe I angerechneten Grundstellen. Bei einem vollständigen Ausbau des gebundenen Ganztages bis einschließlich Stufe 9 sind das etwa acht volle Lehrerstellen. Hierfür können zusätzliche Lehrinnen und Lehrer, aber auch sonstige pädagogische Fachkräfte, eingestellt werden. Die Schulkonferenz hat sich auf der Basis eines Empfehlungsbeschlusses der Lehrerkonferenz mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, über den Schulträger bei der Bezirksregierung den Ausbau zur gebundenen Ganztagsschule zu beantragen. Der Rat der Stadt Pulheim hat diesen Antrag aufgegriffen und beschlossen, das Geschwister-Scholl-Gymnasium im Jahr 2009 für den gebundenen Ganztag vorzusehen. Im Dezember 2008 hat das Schulministerium den Antrag von Schule und Stadt positiv beschieden. Damit beginnt mit dem Schuljahr 2009/2010 der Ausbau des Geschwister-Scholl-Gymnasiums zur gebundenen Ganztagsschule.
Gebundener Ganztag ab Schuljahr 2009/2010
Mit dem Schuljahr 2009/2010 beginnt der Ausbau des GSG zur gebundenen Ganztagsschule. Das bedeutet, dass die Schülerinnen und Schüler der neu einsetzenden Stufe 5 an mindestens drei Tagen pro Woche bis 16 Uhr in der Schule lernen, arbeiten und Freizeit verbringen. Noch besser als bisher kann die Schule damit den individuellen Stärken und Interessen sowie den spezifischen Lernbedürfnissen der Schülerinnen und Schüler gerecht werden. Die Ziele des neuen Ganztagskonzepts sind:
- den Übergang von der Grundschule auf das Gymnasium gestalten
- die Anforderungen des achtjährigen Gymnasiums (G 8) verantwortungsvoll umsetzen
- die ganzheitliche und individuelle Entwicklung der Kinder fördern
- Der Montagnachmittag ist für Unterricht bzw. für Individuelle Förderung vorbehalten (s. u.).
- Dienstags und donnerstags werden die Schülerinnen und Schüler nachmittags beim Eigenverantwortlichen Arbeiten (EVA) von Fachlehrer/innen betreut, die sie aus dem Vormittagsunterricht kennen. Sie können ihre Hausaufgaben erledigen, vertiefen das am Vormittag Gelernte durch ge-eignete Übungen, gehen in Arbeitsgemeinschaften und grips-Kursen ihren individuellen Interessen oder nehmen am Schüler-Coaching teil. An einem dieser beiden „EVA-Tage“ können die Schülerinnen auf Antrag auch an außerschulischen Lernveranstaltungen teilnehmen (Musikschule, Sportverein etc.).
- Auch mittwochs wird eine Betreuung bis 16 Uhr angeboten – hier werden die Schülerinnen und Schüler in klassenübergreifenden Gruppen bei EVA betreut.
- Freitags besteht die Möglichkeit, bei Musik macht Schule teilzunehmen. Hier können Schü-ler/innen der Klassen 5 und 6 in kleinen Gruppen Instrumente lernen (z. B. Trompete, Saxophon, Gitarre, Geige). Der Unkostenbeitrag liegt zurzeit bei 35,- € pro Monat (incl. Miete des Instruments). Auf Wunsch wird freitags auch eine (kostenpflichtige) Hausaufgabenbetreuung angeboten.
Eine grafische Übersicht über die Möglichkeiten im gebundenen Ganztag für die kommende Stufe 5 können Sie sich hier ansehen.
Pädagogische Grundlagen des Ganztagskonzepts
Die Schulleitung des GSG hat mittlerweile ein umfassendes Ganztagskonzept vorgelegt. Hierin werden die konzeptionellen Grundlagen und die inhaltliche Ausprägung des gebundenen Ganztages erläutert. In den kommenden Wochen und Monaten wird eine interne Arbeitsgruppe dann die konkreten organisatorischen Umsetzungen (z. B. Zeitstruktur der verbindlichen und der zusätzlichen Nachmittagsangebote, Integration der bisherigen Verlässlichen Nachmittagsbetreuung etc.) erarbeiten. Eine pdf-Version des Ganztagskonzepts kann hier heruntergeladen werden.




