|Zukunftswerkstatt Gebäudegestaltung 4.-5.04.2008

Kritik – Visionen – Ideen für die Realität. Aus diesen drei Schritten setzte sich die Zukunftswerkstatt zusammen, an der am 4. und 5. April etwa 50 Personen teilnahmen. Schülerinnen und Schüler (darunter die gesamte Klasse 8b), Lehrerinnen und Lehrer, Eltern und Schulleitung machten sich zwei Tage lang intensiv Gedanken um die Zukunft des Schulgebäudes. Und mehr noch – nicht nur Gedanken und Ideenaustausch, sondern auch kreatives Gestalten, das Erstellen von Modellen aus den unterschiedlichsten Materialien und das Zeichnen von Skizzen, Plänen und Entwürfen waren Teil der Veranstaltung.

Dr. Jeanette Böhme, Erziehungswissenschaftlerin an der Universität Duisburg Essen, hatte gemeinsam mit Petra Nettesheim und Friedrich Dörffler, beide Kunstlehrer am GSG und mitverantwortlich für das Gebäudemanagement, die Zukunftswerkstatt vorbereitet und führte durch das Programm.

In der Kritikphase zu Beginn kam alles schonungslos auf den Tisch, was die Teilnehmer am Schulgebäude stört: hässliche Betonfassaden, Dreck und Müll, fehlender Raum für Entspannung und konzentriertes Arbeiten, dunkle und unfreundliche Flure, chaotische Farbgebung und und und. Aus den auf Karten notierten Kritikpunkten entstand eine meterlange symbolische Klagemauer.

Nach so viel Frust und Kritik tat eine Erholungspause not. Sie wurde musikalisch gestaltet von der „Small Big Band“, einer neu gegründeten Musik-Formation des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, die mit ihrem Auftritt gleichzeitig die neue Bühne in der Pausenhalle der Schule einweihte.

In der sich anschließenden Visionsphase standen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Zeit, Raum und Materialien zur Verfügung, um ihre individuellen Vortstellungen einer Schule der Zukunft zu gestalten. Unkonventionelle Formen, freies Spiel mit Licht und Farben und gewagte Konstruktionen waren die Ergebnisse eines regelrechten Ausbruchs von Kreativität und Fantasie. Schon in dieser Phase wurden zahlreiche Ideen festgehalten und ausgetauscht, die zu einer Veränderung und Weiterentwicklung unseres Schulgebäudes beitragen können.

Konkret wurde es dann am zweiten Tag. Wiederum in kleinen Gruppen ging es jetzt an die Entwicklung von Ideen und Konzepten, die nach den Wünschen der Teilnehmer früher oder später tatsächlich auch verwirklicht werden sollten. Modelle des Schulgebäudes aus Styropor, Grundrisse, Pläne und Fotos waren die Ausgangspunkte für die Erarbeitung. Einbezogen wurde nahezu das gesamte Gebäude: Klassenräume und Flure wurden in den Blick genommen, die Öffnung und Ergänzung des Gebäudes wurden durch transparente Anbauten angedeutet, die Gestaltung von Aufenthaltsqualität in der Pausenhalle wurde konkret dargestellt. Einig waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass möglichst bald Farb- und Orientierungskonzepte für die zentralen Bereiche und die verschiedenen Bauteile des Schulgebäudes umgesetzt werden sollen.

Fazit: Es gibt viel zu kritisieren am Gebäude des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Dieses hat aber auch ein gewaltiges Potenzial, was auf Gestaltung und Entwicklung geradezu wartet. Alle Beteiligten äußerten die Erwartung, dass diese Zukunftswerkstatt nur ein erster Schritt ist in einem Prozess, der nach und nach zu einer Veränderung des Gebäudes führt, die der sich wandelnden Lernkultur und den vielfältigen Nutzungsansprüchen Rechnung trägt. Dr. Jeanette Böhme und Schulleiter Andreas Niessen äußerten die Erwartung, dass durch Modellprojekte in Kooperation zwischen Universität und Schule auch Fördergelder und Projektmittel fließen, so dass viele der ambitionierten und zukunftsweisenden Ideen auch tatsächlich umgesetzt werden können.

Die im Laufe der Zukunftswerkstatt entstandenen Arbeiten werden in den kommenden Tagen und Wochen in der Pausenhalle des Geschwister-Scholl-Gymnasiums und auf der neuen Bühne präsentiert.

Ein großer Dank gilt allen Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrerinnen und Lehrern, die mit Engagement, Fantasie und Ideenreichtum an der Zukunftswerkstatt mitgearbeitet haben. Die Schule bedankt sich ganz besonders bei Frau Jeanette Böhme für die Vorbereitung und die Moderation der Zukunftswerkstatt.
(ni)
Seite zuletzt geändert am 17.01.14 23:11 Uhr