|Das GSG auf dem Weg zum Ganztag

|- neue Rahmenbedingungen für nachhaltiges Lernen

Die Schulgemeinschaft des Geschwister-Scholl-Gymnasiums ist über Jahre hinweg konsequent den Weg hin zu einem gebundenen Ganztagsgymnasium gegangen. Wesentliche Meilensteine auf diesem Weg waren das Pulheimer Ressourcen-Modell mit den grips-Angeboten (ab 2005), die Einführung der Verlässlichen Nachmittagsbetreuung (2007) und des Partiellen Ganztages (2008) und schließlich der Entschluss zum Ausbau des GSG zum gebundenen Ganztagsgymnasium (2009).

Auf dieser Seite können Sie sich über die einzelnen Schritte in diesem Prozess informieren, Begründungszusammenhänge für die Ganztagsschule nachlesen und Erläuterungen zu einzelnen Konzepten im Rahmen des Ganztages erhalten.

Übersicht


G 8 und die Folgen
Spätestens seit dem Inkraft-Treten des neuen Schulgesetzes im Jahr 2005 ist an den Gymnasien in Nordrhein-Westfalen die Diskussion um die Ganztagsschule nicht mehr aufzuhalten. Äußerer und vordringlicher Anlass hierfür sind die Verkürzung der Schulzeit am Gymnasium auf acht Jahre (G 8) und die damit verbundene Erhöhung der Stundenzahl in den verbleibenden Schuljahren. So haben die Schülerinnen und Schüler in G 8 ab Klasse 9 durchschnittlich 34 Wochenstunden Unterricht. Das bedeutet in der Regel 7 Stunden pro Tag. Gleichzeitig schreibt der Ganztagserlass des Schulministeriums eine 60-minütige Mittagspause spätestens nach 6 Schulstunden vor - neue Lösungen für eine sinnvolle Rhythmisierung des Schultages werden also schon allein aufgrund der Gesetzes- und Erlasslage benötigt.

Lernen und individuelle Förderung
Die Diskussion um die Einrichtung von Nachmittagsunterricht und die Veränderung von Stunden- und Pausen-Rhythmus hat jedoch noch weitere Wurzeln. Durch die internationalen Vergleichsstudien (vor allem PISA) ist deutlich geworden, dass die Leistungen deutscher Schülerinnen und Schüler nur im Mittelfeld liegen und dass es einen extrem starken Zusammenhang gibt zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg (hohes Maß an sozialer Selektivität). Verstärkt stellt sich daher die Frage, wie schulisches Lernen nachhaltiger und effektiver werden kann und wie die Schülerinnen und Schüler besser als bisher ihren individuellen Stärken und Schwächen entsprechend gefördert werden können. Die Ergebnisse von Hirnforschung, Lernpsychologie und Unterrichtsforschung besagen, dass durch vielfältigere Lehr- und Lernmethoden das Lernen stärker individualisiert werden muss. Die Verpflichtung zur individuellen Förderung im neuen NRW-Schulgesetz trägt diesen Erkenntnissen Rechnung, die Lern- und Arbeitsbedingungen in den Schulen tun dies vielfach noch nicht.

Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen
Schließlich ist auch festzustellen, dass Kinder und Jugendliche unter stark veränderten Bedingungen aufwachsen. Sie sind in hohem Maße dem Einfluss der Medien und des Konsums ausgesetzt, wachsen vielfach in nicht-vollständigen Familien auf und leiden in immer größerem Maße unter materiellen Einschränkungen. Durch den rückläufigen Einfluss von Vereinen, Kirchen und ähnlichen Institutionen verändert sich außerdem das Freizeit- und Sozialverhalten.

Das GSG – schon längst keine reine Halbtagsschule mehr
Das Geschwister-Scholl-Gymnasium hat sich bereits vor Jahren auf den Weg zur Überwindung der Halbtagsschule gemacht. Im Rahmen des Pulheimer Ressourcen-Modells (PRM (JPEG)) gibt es mit dem grips-Programm schon lange ein vielfältiges und wachsendes Angebot von Kursen zur individuellen Förderung von Stärken und zur Überwindung von Schwächen bei Schülerinnen und Schülern. „grips - ich will es wissen” ist mittlerweile zu einem zentralen Bestandteil des Schulprogramms geworden. Der Tatsache, dass in immer mehr Elternhäusern am Nachmittag keine Betreuungsperson anwesend ist, trug über mehrere Jahre das Angebot der so genannten "Verlässlichen Nachmittagsbetreuung" als Form des offenen Ganztages. Rechnung. Ähnlich wie in mittlerweile allen Pulheimer Grundschulen gab es hier für die Schülerinnen und Schüler der Stufen 5 und 6 ein tägliches Betreuungsangebot, bestehend aus einem warmen Mittagessen, der Hausaufgabenbetreuung und Freizeitangeboten. In diesem Projekt wurden bis zur Einführung des gebundenen Ganztages (2009 bzw. 2010) an beiden Schulen Schülerinnen und Schüler der Marion-Dönhoff-Realschule und des Geschwister-Scholl-Gymnasiums betreut.

Ein neuer Rhythmus für das Lernen
Effektives und nachhaltiges Lernen ist gekennzeichnet durch einen sinnvollen Wechsel von Phasen der Konzentration und der Entspannung, der Instruktion und des Trainierens sowie des gemeinsamen und des individuellen Arbeitens. Die schnelle Abfolge verschiedener Fächer mit sehr unterschiedlichen Inhalten im 45-Minuten-Rhythmus kann diese Voraussetzungen nicht oder nur sehr unzureichend erfüllen. Auch ist immer wieder festzustellen, dass die am Nachmittag außerhalb der Schule zu erledigenden Hausaufgaben nur eingeschränkt der individuellen Übung und Vertiefung dienen. Im Laufe des Schuljahres 2007/2008 wurde daher am Geschwister-Scholl-Gymnasium ein Konzept erarbeitet, welches den veränderten Bedingungen des Lernens und den Rahmenvorgaben von G 8 Rechnung trägt. Hierbei ging es darum, auf der Basis des Schulprogramms und der bereits erreichten Standards die Abfolge von Unterricht und Pausen, verteilt über den Unterrichtstag und die Woche, neu zu konzipieren. Die Ziele waren, Lernerfolge zu verbessern, individuelles Lernen zu fördern und dabei unzumutbare Belastungen von Schülerinnen und Schülern wie auch der Lehrerinnen und Lehrer zu verringern. Dabei ist eine intensive Zusammenarbeit zwischen den Gruppen und Gremien der Schule (Schüler, Eltern, Lehrer), aber auch mit der benachbarten Marion-Dönhoff-Realschule, der Stadt Pulheim und anderen kommunalen Einrichtungen für den Diskussions- und Entscheidungsprozess von großer Bedeutung.

Partieller Ganztag ab Schuljahr 2008/2009
Im März 2008 traf die Schulkonferenz mit großer Mehrheit die für die Einführung des Partiellen Ganztages notwendigen Entscheidungen. Seit Beginn des Schuljahres 2008/2009 gibt es am Geschwister-Scholl-Gymnasium jeweils montags und mittwochs so genannte Langtage. An diesen Tagen findet nach der 6. Stunde um 13:25 Uhr eine 60-minütige gemeinsame Mittagspause statt. Die Klassen der Sekundarstufe I haben zunächst in der Regel einen Langtag. Gleiches gilt für die Oberstufe in G 9 (Abitur nach 9 Jahren). Mit Umstellung auf das achtjährige Gymnasium (G 8) wurden ab Stufe 8 bzw. 9 zwei Langtage erforderlich, die Stufen 5 bis 7 waren bis zur Einführung des gebundenen Ganztages in der Regel an einem Nachmittag in der Schule.

Um für alle Beteiligten möglichst optimale Bedingungen für den Ganztagsunterricht zu schaffen, war eine Reihe von Veränderungen notwendig geworden:
Der nächste Schritt: Ausbau zur gebundenen Ganztagsschule
Mit der so genannten Ganztagsoffensive der Landesregierung eröffnete sich für die Schule im Jahr 2009 die Möglichkeit, mit dem Ausbau zur gebundenen Ganztagsschule zu beginnen. Dies bedeutete, dass - beginnend mit der neu einsetzenden Stufe 5 - alle Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I an mindestens drei Tagen an verbindlichen Ganztagsangeboten teilnehmen. Dies können Formen des betreuten selbstständigen Lernens (Silentien, Hausaufgabenbetreuung), zusätzliche Förderangebote, aber auch musisch-kreative oder sportliche Aktivitäten sein. Hierfür erhält die Schule einen Stellenzuschlag von 20%, bezogen auf die der Schule im Bereich der Sekundarstufe I angerechneten Grundstellen. Bei einem vollständigen Ausbau des gebundenen Ganztages bis einschließlich Stufe 9 sind das etwa acht volle Lehrerstellen. Hierfür können zusätzliche Lehrinnen und Lehrer, aber auch sonstige pädagogische Fachkräfte, eingestellt werden. Die Schulkonferenz beschloss auf der Basis eines Empfehlungsbeschlusses der Lehrerkonferenz im Herbst 2008 mit großer Mehrheit, über den Schulträger bei der Bezirksregierung den Ausbau zur gebundenen Ganztagsschule zu beantragen. Der Rat der Stadt Pulheim griff diesen Antrag auf und legte fest, das Geschwister-Scholl-Gymnasium im Jahr 2009 für den gebundenen Ganztag vorzusehen. Im Dezember 2008 schließlich beschied das Schulministerium die Anträge Antrag von Schule und Stadt positiv.

Gebundener Ganztag ab Schuljahr 2009/2010
Mit dem Schuljahr 2009/2010 begann der Ausbau des GSG zur gebundenen Ganztagsschule. Das bedeutet, dass die Schülerinnen und Schüler der neu einsetzenden Stufe 5 an mindestens drei Tagen pro Woche bis 16 Uhr in der Schule lernen, arbeiten und Freizeit verbringen. Noch besser als bisher kann die Schule damit den individuellen Stärken und Interessen sowie den spezifischen Lernbedürfnissen der Schülerinnen und Schüler gerecht werden. Die Ziele des neuen Ganztagskonzepts sind:
Die einzelnen Regelungen und Konzepte für den gebundenen Ganztag in den Stufen 5 und 6 sowie in den Stufen 7 bis 9 können Sie hier nachlesen.


Pädagogische Grundlagen des Ganztagskonzepts
Die Schulleitung des GSG hat mittlerweile ein umfassendes Ganztagskonzept vorgelegt. Hierin werden die konzeptionellen Grundlagen und die inhaltliche Ausprägung des gebundenen Ganztages erläutert. In den kommenden Wochen und Monaten wird eine interne Arbeitsgruppe dann die konkreten organisatorischen Umsetzungen (z. B. Zeitstruktur der verbindlichen und der zusätzlichen Nachmittagsangebote, Integration der bisherigen Verlässlichen Nachmittagsbetreuung etc.) erarbeiten. Eine pdf-Version des Ganztagskonzepts kann hier heruntergeladen werden.
Seite zuletzt geändert am 30.07.11 17:39 Uhr