|Kritik am Zustand des Schulgebäudes

von Maria Machnik, 18.12.09, 18:29h

Der Ganztag an der Pulheimer Schule kommt gut an, doch einige Mängel sorgen für Unmut. Vor allem wird kritisiert, dass Ruheräume fehlen und die Akkustik in den Klassenräumen verbesserungswürdig ist.

PULHEIM Schule bis 16 Uhr? Eine schöne Sache, finden Nils, Patrick, Niklas, Luca und Tobias. Die Fünftklässler sitzen in der Bibliothek des Geschwister-Scholl-Gymnasiums (GSG). Nun brüten sie über ihren Hausaufgaben. „Man verbringt mehr Zeit mit den Freunden, kann sich austauschen. Die Pflichtaufgaben müssen wir erledigen, sind sie fertig, dann können wir draußen spielen“, sagt Nils. Der Wechsel von der Grundschule mit „höchstens sechs Stunden Unterricht“ pro Tag, in den gymnasialen Alltag an drei langen Schultagen ist den Jungen offensichtlich problemlos geglückt. „Am Anfang war es ein bisschen anstrengend“, aber man könne sich daran gewöhnen, sagt Nils. Ginge es nach Niklas, dann könnte der Langtag noch länger sein. „Ich finde es schade, wenn er um 16 Uhr vorbei ist.“

Lob fürs Konzept

Positiv auf den Ganztag, der auch ergänzenden Profilunterricht wie Deutsch, Latein und Naturwissenschaften plus vorsieht, reagieren auch die Besucher vom Schulverbund „Blick über den Zaun“. Dem 1989 gegründeten Zusammenschluss von über 100 reformpädagogisch orientierten Schulen aller Schulformen gehört auch das GSG an. Die Schulen kooperieren in zwölf Arbeitskreisen mit jeweils sechs bis zehn Mitgliedsschulen.

Halbjährlich treffen sich Lehrer der in einem Arbeitskreis vertretenen Schulen reihum in einer der Einrichtungen. Zwei bis drei Tage lang besuchen die Gruppen die Schule, bewerten das pädagogische Konzept, den Unterricht und den Schulalltag. „Die Schule macht viel, sie hat ein hoch engagiertes, junges Kollegium“, sagt Dr. Wolfgang Harder, der Initiator des Schulverbundes „Blick über den Zaun“. Auch das Klima an der Schule, die Nachmittagsprojekte unter dem Stichwort „Grips“ und die Angebote des individuellen Forderns und Förderns habe ein sehr positives Echo gefunden, so Schulleiter Andreas Niessen.

Sanierungsbedarf

„Deutliche Kritik hat der Arbeitskreis am Zustand unseres Schulgebäudes geäußert“, wie schon vor einem halben Jahr die Unfallkasse NRW. Der Arbeitskreis habe den Zustand der Teppiche, Flure, Treppenhäuser, die Akustik in den Klassen kritisiert. Negativ sei aufgefallen, dass für den Ganztag Rückzugsräume für Schüler und Lehrer fehlten. Bemängelt habe der Arbeitskreis die unzureichende Sauberkeit an der Schule. Schüler, Lehrer und Schulleitung hätten es sich nun zur Aufgabe gemacht, das, „was wir machen können“, in Eigenregie zu erledigen, sagt Niessen. Einiges, wie den Schallschutz, könne die Schule nicht selbst erledigen. Niessen: „Die Stadt muss dringend Geld in die Hand nehmen, um den Sanierungsstau zu beheben.“ Das sei in Zeiten von Lehrerknappheit unvermeidlich. Denn die Schulen konkurrierten um die besten Lehrer. „Die suchen sich die besten Schulen aus.“ Ein saniertes, intaktes Schulgebäude sei für die Stadt ein Standortvorteil.

http://www.ksta.de/jks/artikel.jsp?id=1260194940685

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