|In den Pausen toben sie im Sand

Kölner Stadt-Anzeiger 23.08.07

Die aktuellen Änderungen in der Schullandschaft, wie die Verkürzung der Schullaufbahn an Gymnasien von 13 auf zwölf Schuljahre, „setzen die Schüler unter Druck“, ist sich Andreas Niessen, Leiter des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, sicher.
Da sich Schulleiter und Lehrerkollegium des Problems nicht erst seit gestern bewusst sind und nun gezielt einen Gegenpol zu den deutlich längeren, über das Pensum einer Halbtagsschule hinausgehenden Schultagen suchen, „um den Rhythmus des Lernens zu verändern“ (Niessen), kommen das neue Beachvolleyballfeld und die Streetball-Anlage mit drei abnehmbaren Basketball-Körben auf dem Gelände wie gerufen. Schließlich wollen Niessen und die Lehrer den Schulalltag entzerren, den Gymnasiasten Freiräume und einen Ausgleich bieten, auf dass die Schüler ein „umfassenden Lern- und Bildungserfolg“ haben.

Erste Schritte - vom klassischen Sportangebot und den Arbeitsgemeinschaften abgesehen - haben Schulleiter und Kollegium schon unternommen. Seit einiger Zeit bauen die Lehrer so genannte „energizer“ in ihren Unterricht ein, also kleine Bewegungs-, Entspannungs- und Konzentrationsübungen. Nun schon im zweiten Jahr bildet die Schule auf Initiative von Kirsten Blix, Sport- und Englisch-Lehrerin, Schülerinnen und Schüler ab Klasse acht zu Sporthelfern aus. Unter anderem verleihen die Mädchen und Jungen in den Pausen Basket-, Fuß- und Beachsoccer-Bälle und helfen bei schulinternen Turnieren. Nun können sie das Beachfeld und die Streetball-Körbe in ihr Pausenprogramm aufnehmen. Die beiden Sportanlagen verdanken Gymnasiasten und Lehrer privatem Engagement. 10 000 Euro haben die Schüler im Zuge eines Sponsorenlaufes „erlaufen“. Einen weiteren Batzen Geld (die Rede ist von 10 000 Euro) haben Bauunternehmer Johannes Harzheim, dessen Kinder das Gymnasium besuchen, sowie die Baufirmen Schulz und Schorn (aus Pulheim und Köln) in Form von Erdarbeiten beigesteuert.

Bürgermeister Dr. Karl August Morisse ist sichtlich beeindruckt von diesem Engagement. Schulleiter und Lehrer hätten nicht nach der Stadt geschrien, sie seien selbst tätig geworden. „Sie sind ein Vorbild“, lobte der Verwaltungschef.

Maria Machnik

http://www.ksta.de/jks/artikel.jsp?id=1187344805385
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