|Neue Art des Lernens und der Förderung

Sonntags Post (Pulheim) online 06.12.07

Pulheim (gp). Das Geschwister-Scholl-Gymnasium beschreitet neue Wege. Die für ihre Reformfreudigkeit bekannte Schule befinde sich in in einer "spannenden Phase", die geprägt sei durch Außenimpulse, Generationwechsel im Kollegium und Mut zur Innovation, wie Schulleiter Andreas Niessen erläutert.

Neue Unterrichtsformen, die individuelle Förderung und die Einrichtung des partiellen Ganztags sollen bessere Bedingungen für nachhaltiges Lernen schaffen. Diese inhaltliche Orientierung wird transparent, nutzerorientiert und offensiv im Rahmen eines Konzeptes zur Corporate Identy nach außen vermittelt; sie dient als Forum für Eltern, Lehrer, Schüler und die Öffentlichkeit. Die neu gestaltete Homepage ist als professionelle Serviceplattform konzipiert und soll zu einer "permanent geöffneten Tür" in die Schule hinein werden.
Den unterschiedlichen Begabungen, dem individuellen Lerntempo und nicht zuletzt der Verkürzung der Schulzeiten soll das "Lernen in Projekten" entsprechen. Weniger Restriktionen und dafür mehr Eigenverantwortung für die Schüler auf der einen Seite steht eine neue Rollendefinition des Lehrers gegenüber: Das Bild wandelt sich vom reinen Wissensvermittler hin zu einem Begleiter von Lernprozessen. Ihre räumliche Entsprechung erhält die neue Lernkultur durch die Gestaltung des Klassenraumes. Die Schüler begegnen sich im Unterricht in Stuhlkreisen, lernen aber auch an ihren persönlichen Arbeitsplätzen.
Schwächen ausgleichen und Stärken unterstützen sind die Ziele der individuellen Föderung im Rahmen des Pulheimer Ressourcen-Modells. Neben individuellen Lernangeboten, Förder- und Profilkursen ist "Grips" eine wichtige Säule in diesem Konzept. Die Grips-Kurse bieten den Schülern vielfältige Möglichkeiten, Kompetenz zu erleben, unter anderem als Sporthelfer, Coach, Streitschlichter oder im FUKS-Projekt.
Zum Schuljahr 2008/09 wird am Geschwister-Scholl-Gymnasium der partielle Ganztag eingeführt. An zwei Langtagen pro Woche (bis 16 Uhr) ist eine gemeinsame Mittagspause von einer Stunde vorgesehen. Zusätzlich bietet der offene Ganztag in Kooperation mit der benachbarten Realschule Betreuungsangebote für 40 Kinder. Für beide Schulen soll eine Mensa eingerichtet werden. In den Pausen steht Bewegung als Ausgleich zum Lernen auf dem Programm; hier werden die Schüler-Sporthelfer eingesetzt. Der Schulstundentakt entspricht ebenfalls dem neuen Unterrichtskonzept: Schulstunden dauern statt 45 Minuten 60, beziehungsweise 90 Minuten. Der Schulgong ist am Pulheimer Gymnasium bereits seit Oktober abgeschafft.
Profil zeigen und die innere Orientierung nach außen kommunizieren soll das Konzept zur Corporate Identity. Ausgerichtet an dem Leitbild der Schule "fundierte Bildung, Zivilcourage, soziale Kompetenz" präsentiert sich die Schule in einem einheitlichen Erscheinungsbild. Logo, Schriften, Farbgebung sind auf Briefbögen, Visitenkarten, Präsentationsunterlagen, Flyern einheitlich. Ein Leitfaden erleichtert den Benutzern den Umgang mit den Vorlagen. Auch Schul-T-Shirts und die neue Schulfahne wurden entsprechend gestaltet.
Professionell ging die Schule die Gestaltung der Homepage an, die in ihrer neuen Form seit 150 Tagen am Netz ist. "Hier bekommt die Identität ein Gesicht. Aber viele Schulen grenzen das Thema 'Homepage' oft aus", weiß Niessen. Den Vergleich mit Firmen-Homepages braucht die Seite des GSG nicht zu scheuen. Einzelne Themen wurden zu Bereichen zusammengefasst und farblich gegliedert, der Zugriff ist transparent und übersichtlich. Das neue technische System ermöglicht es, Texte unkompliziert und design-konform einzustellen. Auch die ständige Aktualisierung von Themen und Terminen ist selbstverständlich. Das Konzept versteht sich nicht nur als Forum für Neuigkeiten sondern auch als Begleiter von Entwicklungen. Bereits vor zwei Jahren wurde ein Newsletter eingeführt, der 20 bis 30 Mal pro Jahr erscheint.
Als eines der ersten Gymnasien ist das GSG Mitglied im bundesweiten Schulverbund "Blick über den Zaun" geworden. Rund 60 reformorientierte Schulen unterschiedlicher Schulformen wollen sich in ihrem Bemühen um Innovation gegenseitig unterstützen und austauschen.

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