|Gütesiegel für Pulheimer Gymnasium

Kölner Stadtanzeiger vom 11. April 2008

Wer in Kernfächern schwächer ist, der wird in Kleingruppen gefördert.

Sehr rührig ist das Geschwister-Scholl-Gymnasium, wenn es um das individuelle Fördern geht. Das Engagement hat Landesschulministerin Barbara Sommer nun mit dem „Gütesiegel Individuelle Förderung“ belohnt.
Hinter der recht allgemein gehaltenen Formulierung verbirgt sich ein geballtes Programm bis hinauf in die Jahrgangsstufe neun. Unter dem Stichwort „Schwerpunktklasse fünf und sechs“ fördern die Lehrer die Mädchen und Jungen „interessengeleitet“, so Schulleiter Andreas Niessen. Die Schüler haben die Wahl zwischen Naturwissenschaften, Deutsch, Medien oder Kultur, der Unterricht steht zweimal pro Woche im Stundenplan. Wer Spaß an der Sprache der Römer hat, der kann am Geschwister-Scholl-Gymnasium Latein als vorgezogene zweite Fremdsprache ab Klasse fünf lernen. Regulär ist sie ab Klasse sechs im Stundenplan verankert.
Bei Schülern der Jahrgangsstufen sieben bis neun setzen Schulleiter Niessen und das Kollegium auf Förder- und Profilkurse, die ihrerseits mit der Nachmittagsbetreuung „Grips“ verknüpft sind. Wer etwa in Kernfächern Schwächen zeit, den fördern die Lehrer in speziellen Nachmittagskursen. Maximal zehn Schüler sitzen in den Kleingruppen.
Wer mit Leistungen „im grünen Bereich“ (Niessen) aufwartet, der kann sich in Profilkursen – etwa in den Fächern Englisch, Theater, Astronomie oder Chinesisch -, ein bis zwei Stunden pro Woche austoben. Noch am Anfang stehen Niessen und das Kollegium bei dem Konzept „Mit Unterschieden umgehen“, das den sich stetig verändernden Fachunterricht im Blick hat und verstärkt auf individuelles Arbeiten setzt. Das Gütesiegel wertet Niessen als „Ansporn, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen“. „Um jedem Kind, seinen Stärken und Schwächen gerecht zu werden, brauchen wir aber mehr Zeit. Und dafür sind kleine Lerngruppen und echte Ganztagsschulen wichtig“, sagt Niessen an die Adresse der Landesregierung.

Maria Machnik
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