|Großaufgebot der Polizei in Pulheim

VON ULI KREIKEBAUM UND UDO BEISSEL, 08.05.08, 22:52h, AKTUALISIERT 08.05.08, 22:54h

Pulheim - Drei Hundertschaften der Polizei waren gestern Nachmittag in Pulheim aufmarschiert, um einen Zusammenstoß zwischen rechten und linken Gruppen zu verhinderten. Linke Gruppierungen hatte einen Zug durch die Stadt angekündigt - aus Protest gegen eine Veranstaltung von Rechtsradikalen in der Stadtmitte. Am Geschwister-Scholl-Gymnasium fand eine Informationsveranstaltung über die autonomen Nationalisten statt, zu der 300 Besucher gekommen waren.
Allein am Bahnhof sorgten 80 Polizeibeamte für Sicherheit. Gegen 18.30 Uhr sagten die etwa 100 Linken ihre Veranstaltung aber ab, weil sie Auflagen der Kreisverwaltung nicht einhalten konnten. Viele der Linken zogen zu der Veranstaltung ins Gymnasium, die ruhig verlief.
Rund 20 Rechtsradikale waren vom Bahnhof unter Begleitung der Polizei in die Stadtmitte gezogen und versammelten sich an der Christianstraße. Sie verstießen laut Polizei nicht gegen Auflagen. Später stießen weiter 25 Personen aus der rechten Szene dazu. Etwa 100 Meter entfernt hatten sich an der Farehamstraße im Laufe des Abends rund 50 Linke versammelt, die „Nazis raus“ riefen. Beide Gruppen standen sich, getrennt durch Polizeiabsperrungen, gegenüber.
Auch Bürgermeister Dr. Karl August Morisse beobachtete das Geschehen von einer Absperrung aus. „Es ist gut, dass der Staat Flagge zeigt“, sagte er. Gegen 22 Uhr lösten sich die Gruppen auf. Es gab keine Verletzten.

http://www.ksta.de/jks/artikel.jsp?id=1209912061799

Copyright 2008 Kölner Stadt-Anzeiger. Alle Rechte vorbehalten.
» Seite druckenSeite zuletzt geändert am 13.05.08 21:12 Uhr