|Gymnasien wollen den Ganztag

von Maria Machnik, 31.10.08, 18:37h

Einstimmig beschlossen: Das Geschwister-Scholl- und das Abtei-Gymnasium gehen in das Rennen um die „Ganztagsoffensive - gebundener Ganztag“ der Landesregierung

PULHEIM In dem „gebundenen“ Modell müssen im Gegensatz zur „offenen“ Variante alle Schüler am Ganztagsbetrieb teilnehmen.
Schließen sich die Ratsvertreter am Dienstag, 4. November, der Empfehlung an (die Zustimmung gilt als reine Formsache), dann wird die Verwaltung bis zum 1. Dezember ihre Vorschläge bei der Bezirksregierung einreichen. Bekäme die Stadt den Zuschlag, dann wäre das Geschwister-Scholl-Gymnasium Pulheim als Erstgenanntes auf der Liste ab 1. August 2008 „Gebundenes Ganztagsgymnasium“. Das Abtei-Gymnasium Brauweiler käme ein Jahr später zum Zuge.

Eine positive Entscheidung der Bezirksregierung voraussichtlich im Dezember wäre für die Schulen ein Gewinn. Auch wenn sie in puncto Ganztag schon sehr aktiv, sehr weit und für ihr Engagement mit dem Gütesiegel „Individuelle Förderung“ ausgezeichnet sind. Momentan haben die Schüler der Klassen fünf und sechs am Geschwister-Scholl-Gymnasium bei 32 Wochenstunden nur einen langen Schultag. Die vielen „Grips-Kurse“, die seit Jahren in der Schule etabliert sind, sind „freiwillige Angebote des individuellen Fordern und Förderns“, so Schulleiter Andreas Niessen. An drei bis fünf Tagen bietet das Geschwister-Scholl-Gymnasium Fünft- und Sechstklässlern von 13 bis 16 Uhr eine „Verlässliche Nachmittagsbetreuung“. Das Paket beinhaltet neben der Verpflegung eine 90-minütige Hausaufgabenbetreuung und ein buntes Freizeitangebot, also Sport, Spiele und Kreatives. Zu haben ist es gegen Bezahlung.

Das Angebot unter dem Motto „Verlässliche Nachmittagsbetreuung“ würde im „Gebundenen Ganztagsgymnasium“ für die Klassen fünf bis neun (Sekundarstufe I) abgelöst. Starten würde das Programm 2009 in der Jahrgangsstufe fünf. „Die Kinder wären an zwei bis drei Tagen nachmittags in der Schule“, so der Schulleiter.

Neue Lehrer

Mit dem Zuschlag bekäme die Schule aber auch noch zusätzliche Lehrer. Das aufgestockte Lehrerkollegium könnte das Standardprogramm für die zwei bis drei langen Schultage sowie freiwillige, aber kostenfreie Zusatzangebote wie Hausaufgabenbetreuung oder Rechtschreibförderung ausarbeiten.

Die 100 000 Euro, die das Land aus dem Topf „1000-Schulen-Programm“ für das „Gebundene Ganztagsgymnasium“ zahlt, würde die Stadt in eine Mensa investieren. Schließlich sollen die Ganztagsgymnasiasten ein warmes Mittagessen bekommen. Die Entscheidung für Mensen im Pulheimer und im Brauweiler Schulzentrum hatten die Politiker schon vor Monaten getroffen. Nun hat die Verwaltung erstmals Zahlen genannt: Für beide Gebäude rechnet sie mit Kosten in Höhe von 5,5, Millionen Euro.

Über das einstimmige Votum der Politiker freut sich Schulleiter Niessen. „Es bestätigt die Entwicklung unserer Schule. Und es gibt uns die Möglichkeit, die Kinder umfassender und individueller zu betreuen.“ Sollte das Gymnasium den Zuschlag bekommen, dann sind nach Ansicht des Schulleiters einige Sanierungsarbeiten fällig. „Die marode Toilettenanlage und das Lehrerzimmer, das sich seit fast 40 Jahren nicht mehr verändert hat, müssten saniert werden.“

http://www.rhein-erft-online.ksta.de/jreo/artikel.jsp?id=1218660775546

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