|Pulheimer Schüler gewinnen Filmpreis

von Maria Machnik, 25.11.08, 18:13h

Der erste Preis beim elften Schülerfilmfestival Nordrhein-Westfalen kam überraschend für Frederik Braun und seine Filmcrew. Gedreht hat das Filmteam an verschiedenen Orten in Pulheim.

PULHEIM Schon über den Einzug in die Endrunde, die sie mit ihrem 20-Minuten-Streifen „Chorambo: Der Dümmste lacht zuletzt“ und 14 anderen (von 100 gestarteten) Teams erreicht hatten, hätten sie sich gefreut, sagt Frederik Braun (18). „Dass wir den ersten Preis gewonnen haben, das war das Tüpfelchen auf dem I“, erzählt der Oberstufenschüler am Geschwister-Scholl-Gymnasium. Offensichtlich hat der Streifen, den Frederik Braun (Regie, Drehbuch), Nico Niethammer (visuelle Effekte), Andreas Max (Komposition), Alexander Niemeyer (Kamera, Darsteller), Thomas Gelszus, David Karimi-Golka, Volkan Isbert und Matthias Münnich (Darsteller) in den Osterferien 2007 gedreht hatten, die Jury sehr beeindruckt. In seiner Laudatio bescheinigte Dr. Ulrich Spies vom Grimme-Institut den Gymnasiasten und Studenten, sie hätten eine „intelligente und witzig gemachte Persiflage“ auf den Kommissar Colombo und den Film-Helden Rambo gedreht. „Peter Falk hätte sicherlich seinen Spaß an dieser unterhaltsamen Krimisatire“, sagte Spies bei der Preisverleihung in Marl.
Der Schlusssatz in Spies' Laudatio sei schon ein besonderes Lob gewesen, gibt Frederik Braun nach der unerwarteten Auszeichnung unumwunden zu. Die Idee zu der Persiflage, die das Team in verschiedenen Räumen in Pulheim und Umgebung, bei Freunden und an der Großen Laache gedreht hatte, ist nicht neu. Vor rund drei Jahren ist die erste Colombo-Persiflage entstanden. „Es gab keinen richtigen Plot, wir haben damals einfach drauflosgedreht“. 2007 sei ihm dann die Idee gekommen, eine professionellere Version des Ursprungs-Streifens zu drehen, der in einer Film-AG in der schuleigenen Nachmittagsbetreuung „Grips“ entstanden war. „Die Grundlage war da, ich habe das Drehbuch geschrieben und neue Charaktere hinzugefügt“, sagt Frederik Braun. Nach zwei Wochen Dialogschreiberei sei er mit dem 20 Seiten starken Drehbuch auf „die anderen zugegangen“. Da das Team das Projekt für „o.k.“ befunden habe, hätten sie in den Osterferien mit den Dreharbeiten begonnen. Ausgestattet mit einer schuleigenen Kamera und einem Stativ, zwei Anzügen und einem Trenchcoat von Frederik Brauns Vater, machte sich die Crew an die Arbeit. Nach zwei Wochen Filmerei und viel Spaß, denn „Filmen ist unser Hobby“, war der Film im Kasten. Dann stand die „anstrengende“ und „zeitlich aufwendige“ Nachbearbeitung an (unter anderem mussten die Texte per Mikrofon auf den Computern nachvertont werden). Als dann auch Andreas Max als Ersatz für den abgesprungenen Komponisten gefunden war und Dorle Mesch, Koordinatorin des Grips-Projektes am Geschwister-Scholl-Gymnasium, der Crew geraten hatte, sich um den Filmpreis zu bewerben, stand dem erfolgreichen Abschluss des Filmprojektes nichts mehr im Weg.

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