|Hochbegabung

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Begabtenförderung am GSG

Die Begabtenförderung stellt einen wesentlichen Aspekt der individuellen Förderung von SUS am GSG dar. Zu einer optimalen Entwicklung der einzelnen Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen bedarf es einer differenzierten Diagnose von Begabungen und ihre individuelle abgestimmte Förderung. Dem Leitmotiv "Fördern durch Fordern" verpflichtet erfolgt dies sowohl durch die Vertiefung von Unterrichtsthemen (Enrichment) als auch durch ein beschleunigtes Erlernen des Stoffes (Akzeleration).
Was ist Hochbegabung?

"Den Begriff Hochbegabung zu definieren, gleicht dem Versuch festzulegen, wann das Badewasser heiß ist" (Monika Jost, Hochbegabte erkennen und Begleiten, Wiesbaden 22003 S. 9)
Unter einer gesteigerten Begabung versteht man eine deutlich über dem Durchschnitt der Vergleichsgruppe liegende Begabung eines Menschen. Dies kann sowohl in einzelnen geistig-intellektuellen, künstlerisch-musischen oder motorischen Bereichen liegen, als auch in einer grundsätzlich gesteigerten Lern- und Leistungsmöglichkeit bestehen.
Als Hochbegabung wird in der Regel ein Intelligenzquotient von über 130 verstanden (etwas über 2% der Bevölkerung). Eine Geschlechterdiversität lässt sich nicht nachweisen, Jungen sind ebenso häufig hochbegabt wie Mädchen.
Nach J. Renzulli und F.J.Mönks benötigt eine besondere Begabung nicht nur eine gesteigerte Intelligenz, sondern auch noch einen spezifischen kreativen Umgang damit sowie eine entsprechende Motivation. Zur Entfaltung kann diese Begabung darüber hinaus auch nur dann kommen, wenn sie auf eine positives – d.h. der Entfaltung förderliches – soziales Umfeld in Familie, Freundeskreis und Schule trifft.

Modell nach F.J. Mönks

»weiterführender Link zum "Drei-Ringe-Modell"
Besondere Begabungen sind somit als Anlagepotenzen zu verstehen, sie gehen nicht zwangsläufig mit besonderen Leistungen einher sondern bedürfen der besonderen Förderung und Entwicklung. Dies setzt zunächst das Bemerken und die genaue Diagnose einer solchen Begabung voraus.
Diagnose von Begabung

Die Identifizierung von Begabung ist der Einstieg zur Begabtenförderung und gleichzeitig die erste Hürde. Die Begabtenforschung hat inzwischen verschiedene, komplexe Diagnoseverfahren. Der klassische Intelligenztest ist hierbei nur eine Möglichkeit.
Es lassen sich zwei Verfahrenstypen unterscheiden:
a) objektive Verfahren z.B. Intelligenztest, Leistungstests, standardisierte Wettbewerbe, etc.
b) subjektive Verfahren z.B. Schulnoten, Verhaltensbeobachtungen und Befragung von Bezugspersonen, etc.
weiterführender Link: http://begabtenfoerderung.lsr-noe.gv.at/ARGE/erkennen.htm

Möglichkeiten der Förderung von Hochbegabung (enrichment, Akzeleration)

Bei der Förderung einer diagnostizierten besonderen Begabung werden zwei grundsätzliche didaktische Grundprinzipien unterschieden, die durch die Begriffe Enrichtment und Akzeleration bezeichnet werden.

Unter Enrichment („Anreicherung“) wird eine Vertiefung des Lernstoffes verstanden. Dies geht in der Regel mit einem erhöhten Anforderungsprofil an die zu erbringenden Leistungen einher.
Andrea Richter (in: Bergsmann 2000, S. 45) sieht für die Erstellung von Enrichment-Angeboten vier Richtlinien vor:

Unter Akzeleration (Beschleunigung) wird ein vorziehen des Lernstoffes verstanden. In der Praxis besteht dies häufig darin, dass einzelne SchülerInnen in bestimmten Fächer oder sogar ganze Klassen in allen Fächern ("Sprinterklassen", "D-Zug-Klassen") eine Schulstufe überspringen, indem der gesamte Lernstoff schnell durchgenommen wird. Dem liegt der Versuch zugrunde, dem begabten Kind zu seinem Recht der persönlichen und individuellen Entwicklung zu verhelfen. So verstanden bedeutet Akzeleration "hochbegabte und talentierte Jugendliche auf einer Unterrichtsebene in den Lehrplan einzugliedern, die ihren Leistungen und ihrer Bereitschaft zu lernen angemessen ist, sodass sie auf richtige Weise gefordert werden, sich neues Wissen anzueignen" (Feldhusen (zitiert nach Heinbokel 2001, S. 2).

weiterführender Link: http://www.schulserver.hessen.de/reichelsheim-odenwald/gs-beerfurth/Empf._z._Uberspringen.pdf
» Seite druckenSeite zuletzt geändert am 12.01.09 19:05 Uhr