|Das Grauen vor der Tür

Kunstkurs des Gymnasiums stellt in der Gedenkstätte aus - Starke Emotionen

Brauweiler (kda). Im November vergangenen Jahres eröffnete der Landschaftsverband Rheinland auf dem Gelände der ehemaligen Abtei eine Ausstellung, die die Geschehnisse der Jahre 1933 bis 1945 in der Arbeitsanstalt Brauweiler dokumentiert.

"Körperfragmente" lautet der Titel der ersten Sonderausstellung, die noch bis zum 11. April in der Gedenkstätte zu sehen ist. Sie zeigt künstlerische Arbeiten von 26 Schülerinnen und Schülern des Leistungskurs Kunst 12 des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Pulheim.
Unter der Leitung ihres Kunstlehrers Friedrich Dörffler und dem Historiker Josef Wißkirchen hatten die Schüler die, damals gerade eingerichtete, Gedenkstätte besucht. Nicht ohne Folgen. Tief bewegt wollte man sich auch im Kunstunterricht mit der Geschichte der Arbeitsanstalt auseinandersetzen. Heraus kamen eindrucksvolle Arbeiten, die auch emotionale Betroffenheit erkennen lassen.
"Mit Ernsthaftigkeit und Respekt haben sich die Schüler dem Thema genähert und sich damit auseinandergesetzt, was sich in den Exponaten wiederspiegelt", stellte Florian Herpel (Beigeordneter der Stadt Pulheim) auf der Vernissage fest. "Das Grauen fand genau vor der Haustüre statt - die Schülerinnen und Schüler haben versucht dem Ganzen Ausdruck zu verleihen, Schmerz, Betroffenheit darzustellen und das was in der Vergangenheit passiert ist in die Gegenwart zu transportieren".
Tatsächlich hat sich jede Schülerin, jeder Schüler seine ganz eigenen Gedanken gemacht das Thema aufzugreifen. Wie etwa Julia Schleß, die mit einem "Fuß in Gefangenschaft" an das Sich-Wegbewegen-Wollen erinnert. Fantastisch umgesetzt auch die Hände, die nichts Greifen können, in der Plastik "Unfassbar" von Alexandra Adamek.
In den künstlerisch hochwertige Zeichnungen "La terre de Autres" von Diane Chappalley spiegelt sich das Leid der Frauen wieder. Man hört sie förmlich heraus schreien.
Ob Plastiken, Fotografien, Zeichnungen, oder Acrylmalerei - die Schüler haben sich mit Respekt und Sensibilität dem Thema genähert - heraus gekommen ist eine absolut sehenswerte Ausstellung, die zum Nachdenken anregt und bei der Kunstkenner voll auf ihre Kosten kommen.
Bis zum 11. April sind die Gedenkstätte und die Ausstellung dienstags von 16 is 18 Uhr und samstags von 15 bis 17 Uhr geöffnet.

noch mehr Bilder von der Ausstellung gibt es hier » [externer Link]

http://www.wochenende-frechen.de/rag-ai/docs/168052/lokales?pr=1
» Seite druckenSeite zuletzt geändert am 19.03.09 09:46 Uhr