|Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) am GSG

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Das GSG – Schule der Zukunft

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) stellt am Geschwister Scholl-Gymnasium inzwischen seit einigen Jahren einen Schwerpunkt der Schulentwicklung dar. Wir möchten damit der Forderung der Agenda 21 von Rio de Janeiro (1992) nachkommen, unseren Schülern und Schülerinnen die Bedeutung einer an Kriterien der Nachhaltigkeit orientierten Entwicklung zu vermitteln. Nur wenn ökonomische Entwicklung, soziale Gerechtigkeit und ökologische Tragfähigkeit ausgewogen gefördert und verbunden werden, können sich die Lebensbedingungen weltweit verbessern und für zukünftige Generationen positiv entwickeln. Der Grundgedanke des Nachhaltigkeitsprinzips ist im Modell des Nachhaltigkeitsdreiecks verdeutlicht.

Agenda 21 (von Karsten Riß)
Klimawandel, Energieabhängigkeit und Ressourcenknappheit sind Themen, die nach und nach ins Bewusstsein der Menschen gelangen und die aktuelle politische Diskussion in westlichen Ländern prägen. Zunehmend wird der Diskurs durch die Frage nach dem Erhalt der Artenvielfalt oder dem Schutz der Böden ergänzt. Ebenso dringen Entwicklungsprobleme wie Hunger und Mangelernährung, medizinische Versorgung oder die weltweite Verteilung von lebenswichtigen Ressourcen wie Boden oder Brennstoffen in die Auseinandersetzung um globale Fragen vor. Durch die Zunahme globaler Risiken wird klar, dass globale Probleme nicht auf nationaler Ebene gelöst werden können, sondern einer Kooperation auf internationaler Ebene bedürfen.
Dass Ressourcen begrenzt sind, machte bereits Marion King Hubberts Voraussage der Reichweite von Ölreserven in den 1950er Jahren anschaulich. Die Erkenntnis der Grenzen des Wachstums erschütterte auch in den 1970er Jahren die Vorstellung von unendlichem Zugriff auf die Ressourcen der Erde. Jedoch erst 1992 auf dem so genannten „Erdgipfel“ von Rio de Janeiro kamen über 180 Nationen zusammen, um der Einsicht der Unlösbarkeit von globalen Problemen auf nationaler Ebene international organisierte Taten folgen zu lassen. Als Abschlusspapier wurde die Agenda 21 verfasst. In dieser Agenda 21 wird die Gestaltung einer nachhaltigen Entwicklung als zentrale Aufgabe für die Zukunft deklariert. Unter nachhaltiger Entwicklung verstehen die Vereinten Nationen eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass zukünftige Generationen ihre Bedürfnisse nicht befriedigen können. Es sollte ein Prozess in Gang gesetzt werden, der zum Ziel hat, einen Ausgleich zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem zu schaffen und somit eine gemeinsame, sichere Zukunft zu gestalten. 178 Staaten (inklusive Deutschland) bekannten sich durch Unterzeichnung zur Agenda 21.
Mit einem durch die Konferenz ausgelösten Diskurs über das Erfordernis, die Entwicklung der Menschheit nachhaltig zu gestalten, wurden entwicklungspolitische Einsichten und ökologische Notwendigkeiten zusammengebracht: zum einen die Sicherung der wirtschaftlichen Prosperität unter der Bedingung, den Naturhaushalt nicht zu überlasten, und sozial gerechtere Verhältnisse zu schaffen. Diese entscheidende wirtschafts-, umwelt- und sozialpolitische Einsicht sollte nun in den Folgejahren auf internationaler Ebene diskutiert und verwirklicht werden.
In diesem Zusammenhang wurde auch die Bedeutung von Bildung im Prozess der nachhaltigen Entwicklung thematisiert. In Kapitel 36 der Agenda 21 heißt es, dass ohne mentalen Wandel, ohne Bewusstseinsbildung und ohne eine weltweite Bildungsinitiative eine nachhaltige Entwicklung nicht zu gewährleisten sei. Diese Erkenntnis erscheint nachvollziehbar, zumal in den Industrieländern zum einen Ressourcenverbrauch und Umweltbelastung unverhältnismäßig hoch sind und somit auf diese bezogen nicht von Nachhaltigkeit gesprochen werden kann, zum anderen aber auch das Bedürfnis nach immer mehr Gütern und wachsendem Konsum einer mentalen Grundhaltung entspricht, die dem Ziel von ökologischer Chancengleichheit entgegenläuft. Ebenso können politische Lenkungsmechanismen nur genutzt werden, wenn entsprechende Gesetze und Verordnungen, die nachhaltige Entwicklungsprozesse anregen sollen, von der Bevölkerung mitgetragen werden.

Wie setzen wir die Agenda 21 bei uns um?

Seit dem Jahr 2000 arbeitet das Geschwister Scholl-Gymnasium bereits an der Verankerung des Agenda 21-Gedankens im Schulleben. Zunächst gründete sich ein Arbeitskreis aus Eltern, Lehrern und Schülern, die zahlreiche Projekte insbesondere im ökologischen Bereich durchführten. Das im Schuljahr 2009/10 gegründete Agenda 21-Team knüpft an diese Tradition an. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die vielen bereits bestehenden Aktivitäten im Bereich der BNE am GSG miteinander zu vernetzen und der Schulentwicklung in diesem Bereich neue Impulse zu geben.
Unser Ziel ist es, den SchülerInnen des GSG die Möglichkeit zu geben, Wissen über nachhaltige Entwicklung zu erwerben und anzuwenden. Wichtig ist uns dabei das Bewusstsein der SchülerInnen für die drängenden Probleme der Gegenwart über die Grenzen der traditionellen Fächer hinaus zu schärfen.
Seite zuletzt geändert am 17.01.14 23:20 Uhr