|\"Vive la France\" oder  \"Wie wir Paris eroberten\"

Am 21.7.2008 zogen unsere Französisch Grundkurse, geführt von den drei Fahnenträgern Herr Vorberg, Frau Groß und Frau Jung vom Hauptbahnhof Köln aus mit dem Thalys gen Paris. Es galt, unter dem strengen Vorsitz unserer Anführer die Stadt innerhalb kürzester Zeit (3 Tage) im Sturm zu erobern, alle Gefangenen aus der Bastille zu befreien und die Französische Revolution wieder aufleben zu lassen.
Der Anfang war schon ganz vielversprechend. Denn wir schafften es tatsächlich problemlos, den Zug an der Gare du Nord geschlossen zu verlassen (inklusive Gepäck). Dann allerdings stellten sich erste Hindernisse in den Weg: Die Beschaffung der Metro-Tickets. Nach langem Hin und Her wurde meistenteils gegen den Erwerb einer teuren Wochenendkarte und für die Anschaffung eines 10er Carnets entschieden. Der Anfang unserer Eroberung war geschafft, und so erreichten wir nach mehrfachem Umsteigen unsere Luxusherberge. Verglichen mit der Bastille war es wirklich toll!
Eroberungen sollten möglichst schnell gemacht werden, deshalb verloren wir keinerlei Zeit in unserem Quartier und erstürmten sofort zu Fuß den Eiffelturm. Der Auf- und Abstieg war nicht ohne Hindernisse, aber dennoch meisterten wir die Herausforderung bravourös: alle kamen unverwundet unten wieder an. Der erste Eindruck, den wir aus der Vogelperspektive von Paris mitgenommen hatten, war überwältigend. Eine riesige Weltstadt zu unseren Füßen!
Diesmal übernahm unser Ersatznapoleon, Hr. Vorberg, das Ruder. Nach der Stadtkarte von Frau Hemker versuchte er verzweifelt, seine Schützlinge durch alle Klippen bis zum Invalidendom zu leiten. Ein fürwahr schwieriges und langwieriges Unterfangen. Aber letztendlich von Erfolg gekrönt.
Leider war durch die schwierige Suche nach dem Dom der Zeitpunkt der geplanten Seinefahrt überschritten, sodass diese Unternehmung auf den nächsten Tag verschoben werden musste. Stattdessen teilten sich die müden Krieger in verschiedene Grüppchen und zogen je nach Kondition noch durch die Stadt oder nach Hause.

Denn am nächsten Tag sollte es schon früh losgehen. Im Zeichen der hohen Kunst betraten wir ehrfürchtig und kostenlos den Louvre. Für mehr als die absoluten Highlights des Museums wie die Mona Lisa, Venus von Milo und dem ägyptische Teil reichte natürlich die Zeit nicht. Aber immerhin bekamen wir einen Eindruck von den Ausmaßen und dem Baustil eines der bedeutendsten Museen der Welt.
Von dort ging es über die Place de l’Etoile und die Champs Élysées zum Arc de Triomphe. Nach langen schwierigen Verhandlungen mit unfreundlichen Kassiererinnen konnten wir dann zum bestmöglichen Tarif hinaufklettern. Wunderschöne Aussicht und knackige Hitze.
Anschließend standen uns ein paar Stunden Freizeit zur Verfügung, die die meisten dazu nutzten, das von einer traumhaften Jugendstil Glaskuppel gekrönte Kaufhaus Lafayette heimzusuchen.
Ein weiterer Anlaufpunkt war Notre Dame. Die brütende Hitze setzte uns aber schon arg zu. Und so verzichteten wir darauf, uns in die lange Warteschlange zur Besichtigung der Kirche von innen einzureihen. Stattdessen gaben wir unserem brummenden Magen noch etwas zu tun, bevor wir dann zu unserer Seinetour starteten.
2 Stunden Sitzen war der reinste Luxus und Balsam für unsere geschundenen Füße. Am Ende dieses Tages waren wir insgesamt 14 Stunden à pieds durch die Stadt gezogen.

Der Sonntag startete mit allgemeinem eiligem Kofferpacken, da das Gepäck vor Verlassen des Hotels bis zur Abreise in einem Zimmer deponiert wurde, damit wir es nicht den ganzen Tag mit uns rumschleppen mussten. An diesem Tag führte uns die Tour zuerst zum berühmten Moulin Rouge, das natürlich bei Tageslicht nicht annähernd den Reiz hatte, den es angeblich bei Nacht haben soll. Von dort aus zog die Truppe mit einem Zwischenstopp in das Café, in dem Teile des Films „Die wunderbare Welt der Amélie“ gedreht wurden, dann zielstrebig zu unserem letzten Höhepunkt: Sacré-Cœur.
Dort hatten wir genügend Zeit, uns nicht nur die Kirche anzuschauen, sondern uns auch, wenn gewollt, in voller Schönheit, total erschöpft und verschwitzt, portraitieren zu lassen.
Ein letzter Snack in der Crêperie und schon machten wir uns zum letzten Mal auf den Weg in unsere Unterkunft, um unser Gepäck zu holen und uns dann mitsamt unserem Sonnenbrand zur Gare du Nord zu begeben. Die Führung der Truppe war wesentlich einfacher geworden, da eh alle so erschöpft waren, dass niemand mehr aus der Reihe tanzte. Das wurde von unseren Aufsehern zu reger Konversation untereinander genutzt. Um ca. 20 Uhr erreichten wir, vollgestopft mit tollen Eindrücken der unterschiedlichsten Art, wieder unseren Ausgangspunkt Köln.
Vive la France et vive Paris!

Carolin Biermann
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Seite zuletzt geändert am 02.11.08 18:54 Uhr